Red-Bull-Fußballchef Beiersdorfer auf Leipzig-Besuch

Leipzig. In der Messestadt war Dietmar Beiersdorfer schon mehrfach. Als Fußball-Chef von Red Bull war es jedoch die erste Leipzig-Visite des sportlichen Leiters, der seit 2009 die verschiedenen Vereine des österreichischen Getränkekonzerns unter seinen Fittichen hat. Entsprechend gab es nach der Landung am Mittwochmorgen genug zu tun, Gespräche mit dem Trainerteam, mit der Mannschaft und mit zahlreichen anderen Personen in und um die neueste Bullen-Dependance standen auf Beiersdorfers Zwei-Tages-Programm.

Zeit für die Presse fand Beiersdorfer trotzdem, und dabei ging es vor allem um die Personalie Andreas Sadlo. Der einstige Vorstandsvorsitzende von Rasenballsport Leipzig hatte Anfang Januar überraschend seinen Rücktritt erklärt.

„Andreas Sadlo hat hier sehr gute Arbeit geleistet“, lobte Beiersdorfer. Nach der ersten Aufbauarbeit sei man zum Jahreswechsel aber an einen Punkt gekommen, an dem man die strategische Ausrichtung des Vereins neu überdenken müsse. Dazu habe es zahlreiche Diskussionen gegeben, bei denen Sadlo und Beiersdorfer nicht auf einen Nenner gekommen seien. Das Ergebnis war der Rücktritt des Leipziger Vereinsoberhauptes. Welche Punkte genau zum Zerwürfnis geführt haben, ließ sich Beiersdorfer nicht entlocken. Der Transfer vom Timo Rost sei es aber ausdrücklich nicht. Zu der Verpflichtung stehe man seitens Red Bull voll und ganz.

„Es gibt bisher keinen Nachfolger“, so Beiersdorfer. Der Rücktritt Sadlos sei nicht geplant gewesen, man habe bislang keine Nachfolger an der Hand, führe erst einmal viele Gespräche. „Erstes Ziel“ sei, die Organisation von Rasenballsport handlungsfähig aufzustellen. Denn Sadlos Abgang reißt ein tiefes Loch in die Organisationsstrukturen. „Er war mehr oder weniger Alleinverantwortlich“, gibt Beiersdorfer zu. Sportlich sei der Verein mit dem Trainerteam und Sportchef Joachim Krug gut aufgestellt, im wirtschaftlichen und administrativen Bereich gebe es derzeit Unterstützung aus der Zentrale in Salzburg.

Zum Anforderungsprofil an den Neuen an der Vereinsspitze schwieg sich Beiersdorfer ebenfalls aus. Man müsse „die richtige Konstellation finden“, damit der sportliche und der wirtschaftliche Bereich funktionieren. Zu vermuten ist, dass der Nachfolger enger mit der Konzernspitze zusammenarbeiten soll und muss als es Sadlo wohl vorschwebte. Beiersdorfer stellte jedenfalls klar: „Die Suche des Nachfolgers wird in meinen Händen liegen.“

Viel Zeit kann er sich damit aber nicht lassen. Im Frühling müssen die Lizenzunterlagen für die Regionalliga abgegeben werden. „Wir haben das auf dem Zettel“, sagte Beiersdorfer und nannte eine lange To-Do-Liste, die abzuarbeiten ist. Mannschaften, Trainingsgelände, Sicherheit, Stadien, das seien die Themen, die noch anstehen. Zumindest beim Spielort im Falle des zu erwartenden Aufstiegs legte er sich fest. „Wir wollen nächste Saison im Zentralstadion spielen.“

Stephan Lohse

© LVZ-Online, 20.01.2010, 16:09 Uhr
 

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